01.25:

Mein erster Turniersieg bei GGPoker!

Und ja, es hat lange gedauert. Ich hatte bis dahin mehrere Sit’n’Gos gewonnen. Meistens waren dort im Schnitt ca. 20–200 Spieler angemeldet, teilweise sogar mehr. Bei größeren Turnieren waren auch schon einige Final Tables mit dabei. Zwischen Platz 2 und 9 war alles dabei. Teilweise „bitter“ im Heads-up verloren, manchmal aber auch zurecht. Teilweise musste ich anerkennen, dass der andere eben einfach (noch) besser ist. An den anderen Stellen haut die Varianz zu und du verlierst mit AQs gegen 84o, nur als Beispiel. Das war schon extrem nervig. Vor allem, wenn du denkst, du hast es geschafft, und kurze Zeit später gibt’s den zweiten Platz.

Wie hieß es so schön bei „Top Gun“ mit Tom Cruise aus dem Jahr 1986: „Die Namen der Zweitplatzierten hängen auf der Damentoilette.“ Ich hoffe, die Damen, sofern sie es lesen, werden mir diesen Scherz verzeihen. Oder wie sagte es James Belushi sinngemäß im Film „Mein Partner mit der kalten Schnauze“: „Gewinnen ist nicht alles, aber Verlieren ist gar nichts!“ Bevor nun jemand das Bedürfnis hat, das psychologisch aufzuarbeiten, wollte ich damit nur zeigen, wie unbeliebt zweite Plätze sind.

Um es kurz zu machen: Eines Tages, genauer gesagt am 16.01.2025, war es dann so weit. Warum ich das noch so gut weiß? Das war fünf Tage vor meinem Geburtstag. Aber an einem anderen Datum hätte ich es mir wohl auch gemerkt. Ich spielte am Nachmittag ein 5,40-$-Speedracer-Bounty bei GGPoker. Da du bei diesen Turnieren nur mit 10 BB anfängst, ist es mehr oder weniger ein großes All-in-Festival und hat daher eine sehr hohe Varianz. Oft kamen bei solchen Turnieren mehrere Bad Beats, und kurze Zeit später war ich raus. An diesem Tag hatte ich meistens Glück mit den besseren Händen. Trotzdem ging mein Stack hoch und runter. Was bei Turnieren zwar normal ist, wenn dein Stack aber ohnehin schon sehr klein ist, dann geht es noch viel schneller. Ich kann mich noch an ein paar Coinflips erinnern, mal erfolgreich, mal nicht, aber ich schreibe nun neun Monate später darüber. Auf jeden Fall sah ich, wie der Final Table immer näherkam.

Kurze Zeit später – die Turniere dauern manchmal nur 90 Minuten – war ich am Final Table. Kein Gegner hatte mehr als 10 BB, teilweise deutlich weniger. Jetzt wurde jedes Hand A hoch / K hoch zum Ticket zum Turniersieg. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich angerufen wurde und mich nicht traute, zu sagen: „Ruf später noch mal an.“ Also, halb telefonierend, halb spielend, ging es weiter. Heute würde ich gar nicht erst rangehen und später zurückrufen.

OK, in Kürze waren wir nur noch zu viert, dann zu dritt. Kurze Zeit später dann das Heads-up. Und ja, ich telefonierte immer noch. „Man, leg‘ auf“, dachte ich mir. Diesen Gefallen tat er mir nicht. Ich bin mit einem Lead von ca. 2/3 zu 1/3 Chips ins Heads-up, also ein ziemlich gutes Fundament für den ersten Turniersieg. Es ging ziemlich hin und her. Dann hatte ich ihn fast so weit und stellte ihn All-in, und was kam? Ein Bad Beat. Ich hätte kotzen können, aber du errätst es bestimmt: Ja, ich habe immer noch telefoniert.

Danach kam erneut ein Tiefschlag. Ich verlor den nächsten großen Pot und das Verhältnis hatte sich gedreht. Ich war nun der, der kämpfen musste. Innerlich war ich schon total gefrustet: „Schon wieder (nur) Zweiter.“ Obwohl das immer noch eine klasse Leistung gewesen wäre. Aber an diesem Tag war ich einfach „dran“. Ich spielte sehr aggressiv, auch mit „Schrott“. Was blieb mir anders übrig? Die Blinds stiegen unaufhaltsam. Und dann spielte ich mich innerhalb von ein paar Händen wieder in Führung.


Dann kam K7s und ich setzte ihn wieder All-in und er ging mit. Und ja, er hat die schlechtere Hand. Dann hieß es „beten“, wenn man es so sagen kann, als Nichtgläubiger. Auf jeden Fall kamen mir die Sekunden vor wie in Zeitlupe! Die Karten fielen langsamer, als mir lieb war. Flop, OK… Turn? Auch OK! Jetzt fehlt nur noch der River. Er drehte sich sehr langsam um und es war geschafft! Was für eine Achterbahnfahrt der Gefühle: von Bad Beats über Coinflips, Lead ja und nein, fast raus und dann am Ende alles gut.

Du denkst es dir vielleicht. Ja, mein Telefonjoker war immer noch dran und ich konnte nicht so herumhüpfen, wie ich wollte. Aber egal. Erster von 1.002 Spielern. Danach das Bild ausgedruckt und mein jüngster Sohn stand zufällig hinter mir, lief mit dem Bild durch die Gegend und rief: „MAMA, der Papa hat gewonnen!“ Mir fiel einfach ein Stein vom Herzen, ich war tatsächlich fertig und ich freute mich. Und nein, mein Anrufer hatte mittlerweile schon aufgegeben.

Daher der kleine Tipp:

Wenn du ein Turnier gewinnen willst, dann geh’ besser vorher nicht ans Telefon…😊

GGPoker-Ergebnis: LaG@ auf Platz 1 von 1.002; Profilbild und Spielernamen unkenntlich gemacht
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