Der fast perfekte Abschluss:
Dreieinhalb Jahre Arbeit an meinem Pokerbuch liegen hinter mir. Unzählige Stunden Schreiben, Überarbeiten, Löschen, wieder Schreiben und das „Korrigieren“, was sich Monat für Monat zunehmend wie das Fegefeuer eines Autors anfühlte. Jetzt ist das Manuskript beim Verlag, der Buchsatz beginnt – und eigentlich müsste an dieser Stelle der große Moment kommen, in dem man sich zurücklehnt und denkt: Geschafft.
So zumindest der Plan
Aber offenbar funktioniert mein Kopf nicht so! Also habe ich am 31. August noch ein bisschen Poker gespielt. Diesmal, ohne über das Buch nachdenken zu müssen.
WSOP Online, $15 Bounty Warm-Up
6.427 Teilnehmer. Ein paar Stunden später saß ich am Final Table und am Ende stand Platz 5, dazu 20 Knock-outs und 2.435,83 $ Preisgeld.
Natürlich wäre es schöner oder sogar perfekt gewesen, das Ding zu gewinnen. Aber vielleicht wäre das für ein Pokerbuch auch ein wenig zu kitschig gewesen. Und irgendwie gefällt mir dieser Abschluss gerade deshalb. Nach dreieinhalb Jahren, in denen sich ein großer Teil meines Lebens um Poker und dieses Buch gedreht hat, endet diese Reise nicht mit Platz 1 oder einem verbeulten Gesicht wie Sylvester Stallone, alias Rocky: „Yo Adrian, I did it!“ Sondern mit einem Final Table.
Platz 5 von 6.427.
Und wahrscheinlich mit dem Gedanken, den jeder Pokerspieler kennt: „Da wäre noch mehr drin gewesen.“
Vielleicht hätte mein Buch keinen passenderen Schlusspunkt bekommen können. Und wie Poker nun einmal so ist, dauert die große Ruhepause vermutlich ungefähr so lange, bis ich die ersten Handverläufe geöffnet habe.
Danach geht es wieder ans Analysieren – mit dem Ziel, beim nächsten Mal aus Platz 5 vielleicht doch noch Platz 1 zu machen.
Kein perfektes Ende
Aber vielleicht genau der richtige Anfang für das, was als Nächstes kommt!

